11.06.16, 12:05
Moin,
zum Einlesen vielleicht erst einmal dieses:
http://www.r129-forum.de/showthread.php?p=201536
http://www.r129-forum.de/showthread.php?t=28523
Ich versuche das alles mal auf die Reihe zu bekommen...
Solange Ersatzteile normal bei Mercedes-Benz im System laufen sind die meisten Kleinserien nicht wirklich teurer im Einkauf, weil sie in den normalen Lieferverträgen untergebracht sind. Oder frei übersetzt - wer Grossaufträge haben will, der muss auch Kleinserien zu vergleichbaren Preisen liefern. Das ändert sich aber alles komplett, sobald ein Modell von MB an MB Classic übertragen wird, denn das ist ein komplett eigenständiges Profitcenter, welches am Jahresende Gewinn abliefern muss.
Als erstes erstellt das Warenwirtschaftssystem eine Analyse über alle ET des betroffenen Modells. In diese Analyse fliessen alle verfügbaren Daten wie z.B. Einstandspreis, aktueller Listenpreis, Lagerbestand, Lagerplatzbedarf, und vor allem die Umschlagsgeschwindigkeit. Vermutlich auch noch eine Klassifizierung über die "Lebensnotwendigkeit" der jeweiligen Teile. Wenn also z.B. von einer Türverkleidung rechts in einer unüblichen Farbe 50 Stück an Lager sind, und in den letzten 10 Jahren nur 5 verkauft wurden, dann ist das sozusagen das Todesurteil. Oder wenn ein kleines aber teures Teil laufend benötigt wurde, dann wird es von Classic übernommen, und wahrscheinlich erst einmal richtig fett verteuert.
In der ersten Stufe werden dann die Ladenhüter stark im Preis gesenkt, damit sie wenigsten noch etwas Geld in die Kasse spülen. Ein Bekannter hat sich so im letzten Jahr wesentliche Innenraumteile seines W140 für kleines Geld gesichert. Danach wird rigoros verschrottet, wobei diese Entscheidung ausnahmslos vom Computersystem getroffen wird.
Diese Aktionen finden teilweise vor und teilweise nach Übertragung von MB an MB Classic statt, weil es unmöglich ist alles auf einen Stichtag hin zu koordinieren. Classic übernimmt dann praktisch eine Art Kernsortiment zu irgendwelchen internen (vom System festgelegten) Verrechnungspreisen, man trägt von nun an alle Lagerkosten, legt die Preise fest (vermutlich ebenfalls vom Warenwirtschaftssystem vorgeschlagen), und ist für alle Neueinkäufe eigenständig verantwortlich. Erst jetzt werden Kleinserien im Einkauf erheblich teurer, weil sie nicht mehr vom Zentraleinkauf als Mitläufer betreut werden. Ob und wann jetzt ein Teil nachgefertigt wird steht in den Sternen, vieles bleibt wahrscheinlich für immer nicht mehr lieferbar, anderes hoffentlich nur temporär. Aber eines ist sicher - billiger wird jetzt nichts mehr, ausgenommen vielleicht das eine oder andere was kurz vor der Verschrottung steht. Ach ja, noch einige Worte zu den Teilen, die "wieder lieferbar" sind. Zum einen sind das Systemfehler, welche bei der physischen Inventur wieder aufgetaucht sind, zum anderen wohl tatsächlich Nachfertigungen.
Für den normalen Kunden bleibt abwicklungstechnisch alles beim Alten, Bestellung weiterhin über MB-Niederlassungen und -Vertragshändler, nur diese bekommen ihre Rechnung jetzt von MB Classic.
Grüsse aus Holland
Michael
zum Einlesen vielleicht erst einmal dieses:
http://www.r129-forum.de/showthread.php?p=201536
http://www.r129-forum.de/showthread.php?t=28523
Ich versuche das alles mal auf die Reihe zu bekommen...
Solange Ersatzteile normal bei Mercedes-Benz im System laufen sind die meisten Kleinserien nicht wirklich teurer im Einkauf, weil sie in den normalen Lieferverträgen untergebracht sind. Oder frei übersetzt - wer Grossaufträge haben will, der muss auch Kleinserien zu vergleichbaren Preisen liefern. Das ändert sich aber alles komplett, sobald ein Modell von MB an MB Classic übertragen wird, denn das ist ein komplett eigenständiges Profitcenter, welches am Jahresende Gewinn abliefern muss.
Als erstes erstellt das Warenwirtschaftssystem eine Analyse über alle ET des betroffenen Modells. In diese Analyse fliessen alle verfügbaren Daten wie z.B. Einstandspreis, aktueller Listenpreis, Lagerbestand, Lagerplatzbedarf, und vor allem die Umschlagsgeschwindigkeit. Vermutlich auch noch eine Klassifizierung über die "Lebensnotwendigkeit" der jeweiligen Teile. Wenn also z.B. von einer Türverkleidung rechts in einer unüblichen Farbe 50 Stück an Lager sind, und in den letzten 10 Jahren nur 5 verkauft wurden, dann ist das sozusagen das Todesurteil. Oder wenn ein kleines aber teures Teil laufend benötigt wurde, dann wird es von Classic übernommen, und wahrscheinlich erst einmal richtig fett verteuert.
In der ersten Stufe werden dann die Ladenhüter stark im Preis gesenkt, damit sie wenigsten noch etwas Geld in die Kasse spülen. Ein Bekannter hat sich so im letzten Jahr wesentliche Innenraumteile seines W140 für kleines Geld gesichert. Danach wird rigoros verschrottet, wobei diese Entscheidung ausnahmslos vom Computersystem getroffen wird.
Diese Aktionen finden teilweise vor und teilweise nach Übertragung von MB an MB Classic statt, weil es unmöglich ist alles auf einen Stichtag hin zu koordinieren. Classic übernimmt dann praktisch eine Art Kernsortiment zu irgendwelchen internen (vom System festgelegten) Verrechnungspreisen, man trägt von nun an alle Lagerkosten, legt die Preise fest (vermutlich ebenfalls vom Warenwirtschaftssystem vorgeschlagen), und ist für alle Neueinkäufe eigenständig verantwortlich. Erst jetzt werden Kleinserien im Einkauf erheblich teurer, weil sie nicht mehr vom Zentraleinkauf als Mitläufer betreut werden. Ob und wann jetzt ein Teil nachgefertigt wird steht in den Sternen, vieles bleibt wahrscheinlich für immer nicht mehr lieferbar, anderes hoffentlich nur temporär. Aber eines ist sicher - billiger wird jetzt nichts mehr, ausgenommen vielleicht das eine oder andere was kurz vor der Verschrottung steht. Ach ja, noch einige Worte zu den Teilen, die "wieder lieferbar" sind. Zum einen sind das Systemfehler, welche bei der physischen Inventur wieder aufgetaucht sind, zum anderen wohl tatsächlich Nachfertigungen.
Für den normalen Kunden bleibt abwicklungstechnisch alles beim Alten, Bestellung weiterhin über MB-Niederlassungen und -Vertragshändler, nur diese bekommen ihre Rechnung jetzt von MB Classic.
Grüsse aus Holland
Michael
[B]Gr

