27.09.10, 01:53
Hallo
Nach dem der Gardasee Fahrbericht ganz gut angekommen ist, möchte ich noch einen Fahrbericht nachlegen.
Deutschland per Landstraße.
Also der Geburtstermin unseres 1 Nachkommens, rückt ja nun immer näher, (3 November gleichzeitig mein 30zigster Geburtstag - ja ja tolles Geburtstagsgeschenk so ein 911er zum 30zigsten kann sich ja jeder kaufen).
Meine unglaublich Schlaue und Hübsche Freundin hat sich in den letzten Wochen von einem Lebewesen in ein „Liegewesen“ verwandelt. Reisen ja, aber bitteschön nicht mehr Fliegen oder Anstrengen und andere Menschen sind sowieso Fragwürdig.
Wir waren der Meinung ein Roadtrip zum Gardasee reicht einfach nicht aus. Was ist noch möglich mit diesem Fahrzeug ohne viel Anstrengung in kurzer Zeit aber mit maximalem Erfahren. Ich hatte vor Jahren schon einmal die Idee mich in ein Auto zu setzen und bestimmte Parameter meines Navis so zu verändern das gezwungener Maßen der Weg das Ziel sei.
Das Gute vor diesem Trip: keine Rechnung im Vorfeld fürs Auto, keine neuen Felgen und Reifen, einfach Reinsetzen und Losfahren.
Geplant war einmal Deutschland per Landstraße. Dazu gab es einen absolut festen unumstößliche Plan, der Lautete: Rüber, Runter, Nach Rechts und dann wieder Hoch.
Super Durchgeplant! Ach ja maximal 8 Tage Zeit für das ganze Abenteuer.
Start war Sonntag der 5 September, in aller Frühe aufstehen (11Uhr – jawohl wir haben noch keinen Nachwuchs), Frühstücken, Sachen packen, Fahrzeug beladen. In diesem Moment wieder einmal feststellen das der Spruch „Always travel light“ wohl eins dieser Zitate ist die immer nur, ausgesprochen aber nie befolgt werden. Sei’s drum der Dicke hat Platz. Wir verreisen als wäre das Kind schon da. Eine letzte bitte an meine Freundin dass ich es toll finden würde wenn das Kind nicht in irgendeinem Langweiligen Kaff in Deutschland das Licht der Welt erblicken würde. Dann das wichtigste, die Grundeinstellung des Navigationsgerätes für die nächsten 8 Tage: „Autobahnen Verboten“ und „Schöne Route“
Und Los, erste Richtung, westwärts. Unser Startpunkt Brandenburg an der Havel, über Seen und Wälder, die typische Brandenburger Sandbüchse das flache Märkisches Heimatland in Richtung Genthin dann nach Magdeburg, schon jetzt fiel mir auf das „Schöne Route“ auch nicht unbedingt die kürzeste Landstraßen Route bedeutete. Nach Magdeburg weiter über Helmstedt, Schöppenstedt, Seesen durch den Naturpark Soling- Vogler nach Höxter. Für diese 300km waren dann etwa 7 Stunden ins Land gegangen (wortwörtlich). Ich ahnte schlimmes für die nächsten Tage. Die totale Entschleunigung hatte eingesetzt. Wir fuhren 7 wunderbare Stunden offen durchs Land, was für ein Anfang. Die 5 Liter Maschine war die richtige Wahl. Kraft da wo ich sie will und sonst nur brummiger Sound (Ich bin ja der Meinung ein 8 Zylinder ist das beste Geräusch für ein noch ungeborenes Leben, und für jedes geborene sowieso).
Kaum in Höxter angekommen machten wir uns mit einer seit Jahren nicht mehr erlebten Situation vertraut. Es war ja kein Hotel oder Gasthof vorher von uns gebucht worden. Wie erkennt man von außen die Qualität eines Zimmers. Gar nicht!
Also empfingen uns im Zimmer echte ehemals westdeutsche Designelemente der 70iger Jahre.
Wer ist damals eigentlich auf die Idee gekommen Bäder komplett in Braun auszustatten. Alles wirklich alles in Braun. Mit passend abgesetzten Handtüchern in……..
Braun! Wir wollten es ja so. Abenteuer Namenloses Gasthaus in Deutschland. Ich denke vor Schrumpfkopf Indianern in Brasilien habe ich ab jetzt weniger Angst.
Was nun folgte war die zweite sehr wichtige Sache innerhalb dieser Art von Touren für uns. Essen was die Eingeborenen Essen. Gesagt getan. Nach einem guten Abend Essen, im Restaurant die Planung für den nächsten Tag. Meine Freundin hat in Marburg studiert. Der Letzte Besuch lag 6 Jahre zurück, Ziel gesetzt Marburg.
Nach einem Frühstück ging die Tour über Brakel, Korbach und Frankenberg nach Marburg.
Wieder hatten wir das Glück offen fahren zu können. Unterwegs drei 129 Erblickt, es sollten nicht die letzten gewesen sein. Gute 180km in 5 Stunden, zwischendurch erreichte mich das Gefühl, das die Strecke zu Fuß, wohl auch nicht länger dauern würde.
Marburg, was für eine schöne Stadt.
Mit Bekannten auf der Burg geklönt, gegessen und den Ausblick genossen. Dann das Glück ein Hotel direkt am Fahrstuhl, zur Oberstadt zu bekommen. Kurzes Ausruhen und den Tag bei Bier, Wein und einer waschechten Studenten Speise Ausklingen lassen. Bauernfrühstück, viel für wenig. Wohin nun?
Na ja weiter nach unten. Kaiserslautern? Den Bruder Besuchen. Gesagt getan 250 km und 6 Stunden fahrt später. Ich glaube ich habe noch nie in meinem Leben mit Absicht eine Fähre genutztum danach und davor eine längere Strecke zu fahren als eigentlich nötig. Auf dieser Strecke streiften oder durchfuhren wir Orte wie Ehringshausen den Naturpark Hoch- Taunus und Wiesbaden.
Es regnete den gesamten Tag. Das hatte nur eine gute Sache, mich erinnert das prasseln des Regens bei langsamer Fahrt (und das ist diese Art von Reise) auf das Cabrio Verdeck, immer an im Zelt schlafen, klamme Klamotten und trotzdem eine saugute Zeit.
Mit Freunden ins Auto steigen irgendwo hin fahren im Opel Kadett Beauty, kein Geld, irgendwie für 20 DM Tanken, im Dunkeln auf ein Feld fahren in der Mitte die Zelte aufschlagen um am nächsten Morgen von einem Bauern auf seinem Porsche Diesel geweckt zu werden (Wahlweise auch ein anderer Trecker- Porsche Diesel schreibt sich aber besser als Trecker). Der Opel verschluckte im Übrigen über mehrer Jahre 6 Schlafsäcke, aber schafft es uns im Gegenzug mit 2,90 DM aus leeren Pfandflaschen zu versorgen. Leicht Abgeschweift. Kaiserslautern am 7 September bedeutete Pfälzer Platte und der Fußball Nationalmannschaft beim Langweilen zuschauen. (Deutschland – Aserbaidschan 6 zu 1)
Wohin?
Stuttgart!
Jetzt hieß es meine Freundin bezirzen: “Da gibt es so zwei Museen die muss man sich einfach anschauen… Bildungsauftrag… bla bla bla…. Porsche und Mercedes“. Schön wenn sie mit Kugelbauch irgendwie keine Lust hat sich zu wehren.
Also Auf nach Stuggi.
Wetter 6 minus, dafür zeigte mir mein Navi eine Strecke von Kaiserslautern nach Neustatdt an der Weinstraße. Die ich gerne noch 10-mal gefahren wäre. Aber das Porsche Museum ruft. Nach 170 km Kaiserslautern- Stuttgart in guten 5 Stunden, und dem auf der gesamten Tour einzigen Ausfall am Auto, eine Kaputte Birne, erreichten wir das Porsche Museum. Architektonischer Meilenstein der …… na ja …… irgendwie nicht so meins von Außen. Eher Technokratisch, typisch Deutsch Technik und Beton und ein wenig kalt und hedonistisch, aber der Inhalt passt. Meine Freundin nutzte eher das Bistro zum Menschen gucken und ich revidiere dann mal meine Aussage vom Anfang dieser Geschichte, 911er 993 turbo wäre zum 30zigsten doch OK.
Da ich ja seit 2006 stolzer Besitzer eines Porsche 944S2 bin (immerhin 2000 sprich: zweitausend Kilometer in dieser Zeit zurückgelegt), ging ich frohen Mutes mit lockerer Geldbörse und dem absolut festen Willen mir die eine oder andere völlig sinnfreie aber schöne Devotionalie zuzulegen in den Museums Shop. Arrrghhhh! Wieder einmal wurde vergessen das der 944 denen in den 70zigern und 80zigern den Arsch gerettet hat. Arrrggghh!
Blöder 911er. Nichts zum 944. Dann nicht, ich hebe mir mein Geld für Mercedes Morgen auf, aber da, haha, da dann noch sinnloseres Zeug. Mercedes Jacken oder SL Modelle. Selbst zu teure würde ich nehmen, das hat Porsche nun davon.
Abends wieder Glück mit dem Hotel und wunderbares Restaurant. Käsespätzle ich liebe euch.
Der nächste Morgen:
Wetter schlecht, Laune gut, es geht ins Mercedes Museum. Von Außen ….. sorry … aber ähnlich wie Porsche… irgendwie ist diese Art von Architektur nicht meins. Innen auch nicht. Bis es mit dem Fahrstuhl hoch ging und ich wirklich Gänsehaut bekam. Dieses Zusammenspiel aus dem mit dem Fahrstuhl mitfahrendem Videobeamer Bild und dem Ton im Fahrstuhl, Perfekt. Die Ausstellung selber sehr Allgemein zur Automobil Geschichte und passend dazu zur Geschichte der Welt in den betreffenden Jahren. Ein R129 SL 500 in Weinrot (Lady Di, sie hätte ruhig zum 600ter greifen können, Understatement?) Abgesehen von der Farbe wie meiner. Die ganze Ausstellung aber Interessant gemacht. (SLS AMG jum jum give me some)
Nach der Rückkehr von der Tour fragte mich mein KFZ Werkstättler des Vertrauens „Wie den meine Freundin das MB Museum fand?“ Ich sagte ihm „Wesentlich Interessanter als Porsche, Allgemeiner halt “ Er darauf „ Dann ist es nichts für mich“. Irgendwie verstehe ich Ihn. Ist eher ein Museum im klassischen Sinn bei dem es sich halt um die Automobil Geschichte dreht, aber kein Auto Museum. Mir hat es trotzdem gefallen. Dann der Shop……
Wo ist das vermaledeite R129 Modell, ahh da. Zur Kasse „Ähh entschuldigen sie mich“ (in diesem Moment fühlte ich mich schon wie so ein Modell Freak der keine Freunde hat und noch nicht mal einen Führerschein ) Sie: „Ja wie kann ich Ihnen Helfen“ (Wahrscheinlich im Hinterkopf denkend – Na Super wieder so ein Nerd) Ich: „Ist in der Verpackung auch ein Hardtop zum darauf stecken mit dabei, weil sonst ist er ja nicht komplett, der wurde ja so ausgeliefert“
Sie „Nein“
Punkt nicht „Sorry Nein“ oder „Verpiss dich du Freak“ einfach „Nein“
Na ja man kann ja mal Fragen. Wieder Nichts. Ich habe das Gefühl diese Museums Shops sind nur für Japanische Touristen Gruppen.
Bloß Raus hier. Rein in die fahrende Skulptur. Und weg. Wohin eigentlich?
Irgendwie Richtung München. Über Schwäbisch Gmünd , Monheim bis nach Weißenburg in Bayern. Essen, Schlafen mit Blick auf den Dorfplatz. Wunderschön- hilft aber auch nicht viel wenn du schläfst. Die Tour war etwa 200 km lang und wir bewältigten sie in 5 Stunden.
Dann am nächsten Morgen ins Navi Eingeben „Nach Hause“ Ergebnis: 530km, das bedeutet für mich im Normal Fall etwa 4 bis 5 Stunden Fahrt. Wir brauchten dann noch zwei Tage.
Am ersten Tag von Weißenburg nach Altenburg über die Tschechische Republik. Auf der Strecke wieder zwei R129 und einen SLS AMG , dieser Sound ist der Knaller. Am Abend in Altenburg die wohl beste dunkle Soße meines Lebens gegessen. (Sorry Oma).
Am nächsten und letzten Tag dann zurück nach Brandenburg, wieder offen und mit bester Laune. Der ganze Trip belief sich auf etwa 1800 km in 7 Tagen. Mir hat Autofahren noch nie solch einen Spaß gemacht. Ich habe das erste Mal bewusst Teile Deutschlands im Auto erfahren. Mein Gott leben wir in einem schönen Land, nette Leute und gutes Regional unterschiedliches Essen. Für mich war es eine Tour auf den Spuren der Herrenfahrer Anfang des Jahrhunderts, erreichbare Spitzengeschwindigkeiten von 70 bis 100 km die Stunde. Im Durchschnitt aber eher 40 km die Stunde.
Seit dem Kauf im Juni dieses Jahres sind es dann 10tausend glückliche Kilometer gewesen. Als Belohnung habe ich den Dicken dann am Sonntag nach der Rückkehr teilzerlegt und Ihn am Montag zum Lackierer gebracht. Einmal Komplett neu in Bornit als Dankeschön.:liebe2:
Geiles Leben!!!!
Nach dem der Gardasee Fahrbericht ganz gut angekommen ist, möchte ich noch einen Fahrbericht nachlegen.
Deutschland per Landstraße.
Also der Geburtstermin unseres 1 Nachkommens, rückt ja nun immer näher, (3 November gleichzeitig mein 30zigster Geburtstag - ja ja tolles Geburtstagsgeschenk so ein 911er zum 30zigsten kann sich ja jeder kaufen).
Meine unglaublich Schlaue und Hübsche Freundin hat sich in den letzten Wochen von einem Lebewesen in ein „Liegewesen“ verwandelt. Reisen ja, aber bitteschön nicht mehr Fliegen oder Anstrengen und andere Menschen sind sowieso Fragwürdig.
Wir waren der Meinung ein Roadtrip zum Gardasee reicht einfach nicht aus. Was ist noch möglich mit diesem Fahrzeug ohne viel Anstrengung in kurzer Zeit aber mit maximalem Erfahren. Ich hatte vor Jahren schon einmal die Idee mich in ein Auto zu setzen und bestimmte Parameter meines Navis so zu verändern das gezwungener Maßen der Weg das Ziel sei.
Das Gute vor diesem Trip: keine Rechnung im Vorfeld fürs Auto, keine neuen Felgen und Reifen, einfach Reinsetzen und Losfahren.
Geplant war einmal Deutschland per Landstraße. Dazu gab es einen absolut festen unumstößliche Plan, der Lautete: Rüber, Runter, Nach Rechts und dann wieder Hoch.
Super Durchgeplant! Ach ja maximal 8 Tage Zeit für das ganze Abenteuer.
Start war Sonntag der 5 September, in aller Frühe aufstehen (11Uhr – jawohl wir haben noch keinen Nachwuchs), Frühstücken, Sachen packen, Fahrzeug beladen. In diesem Moment wieder einmal feststellen das der Spruch „Always travel light“ wohl eins dieser Zitate ist die immer nur, ausgesprochen aber nie befolgt werden. Sei’s drum der Dicke hat Platz. Wir verreisen als wäre das Kind schon da. Eine letzte bitte an meine Freundin dass ich es toll finden würde wenn das Kind nicht in irgendeinem Langweiligen Kaff in Deutschland das Licht der Welt erblicken würde. Dann das wichtigste, die Grundeinstellung des Navigationsgerätes für die nächsten 8 Tage: „Autobahnen Verboten“ und „Schöne Route“
Und Los, erste Richtung, westwärts. Unser Startpunkt Brandenburg an der Havel, über Seen und Wälder, die typische Brandenburger Sandbüchse das flache Märkisches Heimatland in Richtung Genthin dann nach Magdeburg, schon jetzt fiel mir auf das „Schöne Route“ auch nicht unbedingt die kürzeste Landstraßen Route bedeutete. Nach Magdeburg weiter über Helmstedt, Schöppenstedt, Seesen durch den Naturpark Soling- Vogler nach Höxter. Für diese 300km waren dann etwa 7 Stunden ins Land gegangen (wortwörtlich). Ich ahnte schlimmes für die nächsten Tage. Die totale Entschleunigung hatte eingesetzt. Wir fuhren 7 wunderbare Stunden offen durchs Land, was für ein Anfang. Die 5 Liter Maschine war die richtige Wahl. Kraft da wo ich sie will und sonst nur brummiger Sound (Ich bin ja der Meinung ein 8 Zylinder ist das beste Geräusch für ein noch ungeborenes Leben, und für jedes geborene sowieso).
Kaum in Höxter angekommen machten wir uns mit einer seit Jahren nicht mehr erlebten Situation vertraut. Es war ja kein Hotel oder Gasthof vorher von uns gebucht worden. Wie erkennt man von außen die Qualität eines Zimmers. Gar nicht!
Also empfingen uns im Zimmer echte ehemals westdeutsche Designelemente der 70iger Jahre.
Wer ist damals eigentlich auf die Idee gekommen Bäder komplett in Braun auszustatten. Alles wirklich alles in Braun. Mit passend abgesetzten Handtüchern in……..
Braun! Wir wollten es ja so. Abenteuer Namenloses Gasthaus in Deutschland. Ich denke vor Schrumpfkopf Indianern in Brasilien habe ich ab jetzt weniger Angst.
Was nun folgte war die zweite sehr wichtige Sache innerhalb dieser Art von Touren für uns. Essen was die Eingeborenen Essen. Gesagt getan. Nach einem guten Abend Essen, im Restaurant die Planung für den nächsten Tag. Meine Freundin hat in Marburg studiert. Der Letzte Besuch lag 6 Jahre zurück, Ziel gesetzt Marburg.
Nach einem Frühstück ging die Tour über Brakel, Korbach und Frankenberg nach Marburg.
Wieder hatten wir das Glück offen fahren zu können. Unterwegs drei 129 Erblickt, es sollten nicht die letzten gewesen sein. Gute 180km in 5 Stunden, zwischendurch erreichte mich das Gefühl, das die Strecke zu Fuß, wohl auch nicht länger dauern würde.
Marburg, was für eine schöne Stadt.
Mit Bekannten auf der Burg geklönt, gegessen und den Ausblick genossen. Dann das Glück ein Hotel direkt am Fahrstuhl, zur Oberstadt zu bekommen. Kurzes Ausruhen und den Tag bei Bier, Wein und einer waschechten Studenten Speise Ausklingen lassen. Bauernfrühstück, viel für wenig. Wohin nun?
Na ja weiter nach unten. Kaiserslautern? Den Bruder Besuchen. Gesagt getan 250 km und 6 Stunden fahrt später. Ich glaube ich habe noch nie in meinem Leben mit Absicht eine Fähre genutztum danach und davor eine längere Strecke zu fahren als eigentlich nötig. Auf dieser Strecke streiften oder durchfuhren wir Orte wie Ehringshausen den Naturpark Hoch- Taunus und Wiesbaden.
Es regnete den gesamten Tag. Das hatte nur eine gute Sache, mich erinnert das prasseln des Regens bei langsamer Fahrt (und das ist diese Art von Reise) auf das Cabrio Verdeck, immer an im Zelt schlafen, klamme Klamotten und trotzdem eine saugute Zeit.
Mit Freunden ins Auto steigen irgendwo hin fahren im Opel Kadett Beauty, kein Geld, irgendwie für 20 DM Tanken, im Dunkeln auf ein Feld fahren in der Mitte die Zelte aufschlagen um am nächsten Morgen von einem Bauern auf seinem Porsche Diesel geweckt zu werden (Wahlweise auch ein anderer Trecker- Porsche Diesel schreibt sich aber besser als Trecker). Der Opel verschluckte im Übrigen über mehrer Jahre 6 Schlafsäcke, aber schafft es uns im Gegenzug mit 2,90 DM aus leeren Pfandflaschen zu versorgen. Leicht Abgeschweift. Kaiserslautern am 7 September bedeutete Pfälzer Platte und der Fußball Nationalmannschaft beim Langweilen zuschauen. (Deutschland – Aserbaidschan 6 zu 1)
Wohin?
Stuttgart!
Jetzt hieß es meine Freundin bezirzen: “Da gibt es so zwei Museen die muss man sich einfach anschauen… Bildungsauftrag… bla bla bla…. Porsche und Mercedes“. Schön wenn sie mit Kugelbauch irgendwie keine Lust hat sich zu wehren.
Also Auf nach Stuggi.
Wetter 6 minus, dafür zeigte mir mein Navi eine Strecke von Kaiserslautern nach Neustatdt an der Weinstraße. Die ich gerne noch 10-mal gefahren wäre. Aber das Porsche Museum ruft. Nach 170 km Kaiserslautern- Stuttgart in guten 5 Stunden, und dem auf der gesamten Tour einzigen Ausfall am Auto, eine Kaputte Birne, erreichten wir das Porsche Museum. Architektonischer Meilenstein der …… na ja …… irgendwie nicht so meins von Außen. Eher Technokratisch, typisch Deutsch Technik und Beton und ein wenig kalt und hedonistisch, aber der Inhalt passt. Meine Freundin nutzte eher das Bistro zum Menschen gucken und ich revidiere dann mal meine Aussage vom Anfang dieser Geschichte, 911er 993 turbo wäre zum 30zigsten doch OK.
Da ich ja seit 2006 stolzer Besitzer eines Porsche 944S2 bin (immerhin 2000 sprich: zweitausend Kilometer in dieser Zeit zurückgelegt), ging ich frohen Mutes mit lockerer Geldbörse und dem absolut festen Willen mir die eine oder andere völlig sinnfreie aber schöne Devotionalie zuzulegen in den Museums Shop. Arrrghhhh! Wieder einmal wurde vergessen das der 944 denen in den 70zigern und 80zigern den Arsch gerettet hat. Arrrggghh!
Blöder 911er. Nichts zum 944. Dann nicht, ich hebe mir mein Geld für Mercedes Morgen auf, aber da, haha, da dann noch sinnloseres Zeug. Mercedes Jacken oder SL Modelle. Selbst zu teure würde ich nehmen, das hat Porsche nun davon.
Abends wieder Glück mit dem Hotel und wunderbares Restaurant. Käsespätzle ich liebe euch.
Der nächste Morgen:
Wetter schlecht, Laune gut, es geht ins Mercedes Museum. Von Außen ….. sorry … aber ähnlich wie Porsche… irgendwie ist diese Art von Architektur nicht meins. Innen auch nicht. Bis es mit dem Fahrstuhl hoch ging und ich wirklich Gänsehaut bekam. Dieses Zusammenspiel aus dem mit dem Fahrstuhl mitfahrendem Videobeamer Bild und dem Ton im Fahrstuhl, Perfekt. Die Ausstellung selber sehr Allgemein zur Automobil Geschichte und passend dazu zur Geschichte der Welt in den betreffenden Jahren. Ein R129 SL 500 in Weinrot (Lady Di, sie hätte ruhig zum 600ter greifen können, Understatement?) Abgesehen von der Farbe wie meiner. Die ganze Ausstellung aber Interessant gemacht. (SLS AMG jum jum give me some)
Nach der Rückkehr von der Tour fragte mich mein KFZ Werkstättler des Vertrauens „Wie den meine Freundin das MB Museum fand?“ Ich sagte ihm „Wesentlich Interessanter als Porsche, Allgemeiner halt “ Er darauf „ Dann ist es nichts für mich“. Irgendwie verstehe ich Ihn. Ist eher ein Museum im klassischen Sinn bei dem es sich halt um die Automobil Geschichte dreht, aber kein Auto Museum. Mir hat es trotzdem gefallen. Dann der Shop……
Wo ist das vermaledeite R129 Modell, ahh da. Zur Kasse „Ähh entschuldigen sie mich“ (in diesem Moment fühlte ich mich schon wie so ein Modell Freak der keine Freunde hat und noch nicht mal einen Führerschein ) Sie: „Ja wie kann ich Ihnen Helfen“ (Wahrscheinlich im Hinterkopf denkend – Na Super wieder so ein Nerd) Ich: „Ist in der Verpackung auch ein Hardtop zum darauf stecken mit dabei, weil sonst ist er ja nicht komplett, der wurde ja so ausgeliefert“
Sie „Nein“
Punkt nicht „Sorry Nein“ oder „Verpiss dich du Freak“ einfach „Nein“
Na ja man kann ja mal Fragen. Wieder Nichts. Ich habe das Gefühl diese Museums Shops sind nur für Japanische Touristen Gruppen.
Bloß Raus hier. Rein in die fahrende Skulptur. Und weg. Wohin eigentlich?
Irgendwie Richtung München. Über Schwäbisch Gmünd , Monheim bis nach Weißenburg in Bayern. Essen, Schlafen mit Blick auf den Dorfplatz. Wunderschön- hilft aber auch nicht viel wenn du schläfst. Die Tour war etwa 200 km lang und wir bewältigten sie in 5 Stunden.
Dann am nächsten Morgen ins Navi Eingeben „Nach Hause“ Ergebnis: 530km, das bedeutet für mich im Normal Fall etwa 4 bis 5 Stunden Fahrt. Wir brauchten dann noch zwei Tage.
Am ersten Tag von Weißenburg nach Altenburg über die Tschechische Republik. Auf der Strecke wieder zwei R129 und einen SLS AMG , dieser Sound ist der Knaller. Am Abend in Altenburg die wohl beste dunkle Soße meines Lebens gegessen. (Sorry Oma).
Am nächsten und letzten Tag dann zurück nach Brandenburg, wieder offen und mit bester Laune. Der ganze Trip belief sich auf etwa 1800 km in 7 Tagen. Mir hat Autofahren noch nie solch einen Spaß gemacht. Ich habe das erste Mal bewusst Teile Deutschlands im Auto erfahren. Mein Gott leben wir in einem schönen Land, nette Leute und gutes Regional unterschiedliches Essen. Für mich war es eine Tour auf den Spuren der Herrenfahrer Anfang des Jahrhunderts, erreichbare Spitzengeschwindigkeiten von 70 bis 100 km die Stunde. Im Durchschnitt aber eher 40 km die Stunde.
Seit dem Kauf im Juni dieses Jahres sind es dann 10tausend glückliche Kilometer gewesen. Als Belohnung habe ich den Dicken dann am Sonntag nach der Rückkehr teilzerlegt und Ihn am Montag zum Lackierer gebracht. Einmal Komplett neu in Bornit als Dankeschön.:liebe2:
Geiles Leben!!!!


agnix:
