24.06.10, 09:01
brett_pit schrieb:Hallo :punk:,
beim 129er ist das nicht notwendig, weil an der Achsgeometrie nichts verändert wird. Nur die Tatsache, daß die Karosse 1 bis 2 cm tiefer liegt ändert daran auch nichts.
Anders sieht die Welt aus, wenn Stoßdämpfer und Federn getauscht werden und diese tragendes Konstruktionsteil der Achse sind. Also die eigentlich übliche Variante mit Feder am Federbein.
LG Thomas :bier:
Hallo Thomas,
mit Deinen Aussagen liegst du nicht ganz richtig, oder etwas genauer gesagt, Du liegst falsch.
Wenn Du die Federtellergummis wechselst, änderst du auch gleichzeitig die Höhe des Fahrzeugs. Somit verstellt sich auch die komplette Achsgeometrie. Die da wären: Spur, Sturz und Nachlauf. Danach sollte mindestens alles überprüft und ggf. eingestellt werden.
Genauso natürlich, wenn Du einen Federntausch vornimmst und die Höhe des Fahrzeugs änderst - ist nichts anderes als die Federgummis zu wechseln - es ändert sich die Höhe des Fahrzeugs. Selbst beim Wechsel von alter originaler Feder zu neuer originaler Feder macht eine Überprüfung Sinn. Denn die Feder hat mit der Zeit an Spannkraft verloren und das Fahrzeug sinkt ab.
Wenn nur die Schwingungsdämpfer gewechselt werden, braucht nichts eingestellt zu werden. Der Dämpfer hat nichts mit der Höhe des Wagens zutun, sondern ist neben der Härte der Feder nur für besagte Härte bzw. Dämpfungsverhalten zuständig. Wir reden jetzt nicht über eine Nivauregulierung. Das ein neuer Dämpfer im ausgebauten Zustand eventuell immer wieder in eine bestimmt Position fährt, hat im eingebauten Zustand keine Auswirkung auf die Fahrzeughöhe. Somit fällt er als Ursache für eine Überprüfung respektive Einstellung der Achsgemoetrie raus, auch nach dem Einbau eines Zubehördämpfers (Oeldruck / Gasdruck).
Wenn man die Sache jetzt messtechnisch auf die Spitze treibt, müsste sogar die Hinterachse neu eingestellt werden.
Die Hinterachse ist in der gesamten Geometrie die wichtigerere Achse. Sie wird auch beim kompletten Einstellen immer zu ersten kontrolliert und ggf. korrigiert. Erst dann kommt die Vorderachse dran. Dei Vorderachse wird dann auch auf die Hinterachse angepasst/Eingestellt.
Wenn man aber die Tellergummis nur um eine Höhe (5 mm) ändert, ist das nicht so von Belang. Anders jedoch wenn der Wagen z.B. an der Vorderachse vom größten Federtellergummi (23 mm) zum kleinsten (8 mm) getauscht wird. Jetzt haben wir einen Höhenunterschied von 15 mm an der Vorderachse. Kommt jetzt noch einer auf die Idee und will seinen Wagen nur mit den Gummis auf eine Keilform stellen, und ändert – soweit original verbaut – auch an der Hinterachse vom Minimalwert zum Maximalwert ergibt sich auch hier ein Unterschied von 10 mm. Insgesamt verändert sich auch hier der Sturz und die Spur. Kann übrigens beim R129 an der Hinterachse durch verstellen von Exenterscheiben/Spurstangenänderung eingestellt werden.
Wenn man an seinen Reifen hängt und will sie nicht innerhalb kurzer Zeit abgefahren haben will, sollte man die Einstellung beachten und von einem Profi machen lassen - spart langfristig Geld. Außerdem ist der R129 gerade mit Breitreifen recht empfindlich an der Vorderachse und läuft schon mal gerne Spurrillen nach. Wenn jetzt dazu die Spur nicht stimmt, addiert sich die Sache nagativ auf. Breitreifen sind aber auch bei anderen Autos nicht immer positiv.
So, ich hoffe dass ich jetzt nicht zur absoluten Verwirrung beigetragen habe.
Gruß Holger

